Der Postmeister
Regie: Gustav Ucicky
Deutschland 1939/40
"Der Postmeister" ist einer der berühmtesten Filme des Heinrich George. Jürgen Fehling schrieb über Georges Darstellung des getäuschten, liebenden Vaters: "Ich habe ihn geliebt wie keinen anderen Schauspieler deutscher Zunge. Er war ein elementarer Schauspieler (...) der heisere Rabe konnte wie ein Troubadur zur Laute bestrickend singen, und im "Postmeister" tanzte er wie ein (...) mozärtlicher Elephant (...) ein Granitblock, dem diamantene Tränen entfallen (...) mit einem Ausmaß an Phantasie, das Gott in hundert Jahren nur ein paarmal an Schauspieler verschenkt."
"Der Postmeister" ist nicht nur einer der berühmtesten Filme Heinrich Georges, sondern auch eines der besten Beispiele für Filmpropaganda während des Dritten Reiches, auch wenn der Filminhalt scheinbar ganz unpolitischer Natur war. Denn nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 verschwand "Der Postmeister" schnell aus den deutschen Lichtspielhäusern, weil er vom nunmehrigen Feind ein zu menschliches und freundliches Bild zeichnete. In der Zeit vor dem "Unternehmen Barbarossa", der Zeit des Nichtangriffspakts zwischen Hitler und Stalin, war es genau umgekehrt. Das Bild vom freundlichen Russen diente indirekt der Bekräftigung hochpolitischer Entscheidungen vor dem Volk.
Quelle: Dirk Jasper Filmlexikon, http://www.dem.de/entertainment/stars/h/heinrich_george.html
