- Traumpaar -

Lilian Harvey verliebte sich unsterblich in ihren Filmpartner Willy Fritsch. Fritsch war dabei der neue UFA-Star zu werden, umschwärmt von allen Frauen. Insofern zeigte er kein großes Interesse an seiner Kollegin, die darüber todunglücklich war. Eine ältere Schauspielerin konnte die Liebesqualen der jüngeren nicht länger mit ansehen. Sie half dem Glück ein wenig nach, indem sie es arrangierte, daß Willy nach Drehschluß Lilian in seinem Wagen mitnahm. So begann 1926 die ganz private Romanze des seinerzeit berühmtesten Liebespaares der Leinwand. Wie berichtet wird, steuerte Willy Fritsch sein Cabriolet zum Potsdamer "Klosterkeller", wo sich der Charmeur dann auch nicht lumpen ließ. Er bestellte Austern, Forelle, Rehrücken mit Sahne und Rotkohl, Crepe flambee, Peche Melba und französischen Champagner. /1/ Lilian aß jeden Teller ratzekahl leer - wohl mehr aus Erregung, als aus Appetit. Von nun an kamen die beiden öfter hierher.

Auch ihren ersten Kuß sollen sie hier getauscht haben. So strahlend und beschwingt wie im Kino muß es für die beiden auch eine Zeitlang im wirklichen Leben zugegangen sein. Doch irgendwann kühlte die Beziehung ab. Lilian war ehrgeizig und arbeitete bis zum Umfallen. Als es die ersten Tonfilme, aber noch keine Synchronisation gab, spielte sie jede Rolle dreimal hintereinander: für die deutsche, die englische und die französische Fassung. Alle drei Sprachen beherrschte sie perfekt. Willy wollte nach dem Dreh seine Ruhe haben und das Leben genießen. Hollywood lehnte er ab, weil er dafür hätte englisch lernen müssen. Lilian nahm die Chance wahr, kehrte aber später nach Babelsberg zurück.